Hooponopono und Dr. Ihaleakla Hew Len

Hooponopono wurde vor allem durch Dr. Len und seine Geschichte der Heilung von achtundzwanzig psychisch kranken Gefangenen bekannt. Diese Begebenheit gilt als therapeutisches Wunder und zeigt wie effektiv Ho’oponopono ist. Übrigens gilt Ho’oponopono in den USA als anerkannte Therapie und selbst zur Vergebung auf diplomatischer Ebene gibt es mehr als fünfzig Studien.

1983 wurde Dr. Hew Len von einem Bekannten gebeten in der psychiatrischen Abteilung des Hawai’i-Staatsgefängnisses von Kaneohe zu arbeiten. Dort saßen dreißig psychisch kranke Gefangene ein und es herrschte Personalmangel. Das hatte seinen Grund, denn die Anstalt und die Arbeit dort wurden allgemein als „die Hölle“ bezeichnet. Das Gros der Angestellten war krank, dienstuntauglich oder kündigte so schnell wie möglich wieder.
Dr. Hew Len willigte ein dort zu arbeiten, doch unter der Bedingung, eine Methode anzuwenden, die er gerade gelernt hatte. Es wurde vereinbart, dass er nur die Krankenreporte der Gefangenen lesen und keine Gespräche mit den Insassen führen würde.

Was tat Dr. Ihaleakala Hew Len? In den folgenden eineinhalb Jahren las Dr. Len mehrmals täglich die Berichte der Gefangenen und fragte sich jedes Mal: Was ist in mir an Dunkelheit, an Negativem, an Gewalt und Hässlichkeit, dass es so etwas in meiner Welt gibt? Was ist mein Anteil daran, dass mein Bruder so etwas getan hat?
Immer, wenn er etwas davon auch in sich, in seinem Herzen gefunden hatte (Gewalt, Aggression, Hass, Rache, Neid, Eifersucht – die ganze Palette menschlicher Abgründe) sagte er: „Bitte verzeihe mir, es tut mir Leid, ich liebe Dich – danke!“

Dr. Len arbeitete ausschließlich an der eigenen Reinigung seines Herzens und Bewusstseins, und indem er eineinhalb Jahre lang ein Hooponopono machte, veränderte sich die Stimmung, die Atmosphäre und das Klima. Nach fünfzehn Monaten trug keiner der Gefangenen mehr Handschellen. Das Personal, die Wärter und Therapeuten kamen gerne zum Dienst und der Krankenstand verringerte sich. Therapeutische Gespräche mit den Gefangenen wurden möglich und nach vier Jahren waren alle Insassen geheilt – bis auf zwei. Die Anstalt wurde später geschlossen.

Hat Dr. Len jemanden geheilt? Die Betroffenen sagen sicher ja. Dr. Len hingegen erklärt, er habe nur an seiner eigenen Reinigung gearbeitet. Die Patienten haben sich selbst geheilt, das Leben, Gott hat sie geheilt. Ein therapeutisches Wunder.

Hooponopono kommt aus Hawaii und ist eine Familien­konferenz

– ein klar strukturiertes System, um die Harmonie innerhalb der Fami­lie wiederherzustellen. Dieses Konflikt-Lösungskonzept drückt den Wunsch aus, mit sich selbst in Frieden, mit den Menschen, mit der Natur und mit Gott in Harmonie zu leben.
Mit dieser Technik treten Sie und Ihre Familie, Freunde und Bekannten, Ihre Mitarbeiter und Ihr Umfeld wieder ins innere Gleichgewicht, in die Mitte und in die Heilung. Doch halt – Ho‘oponopono es ist keine Heilungsmethode, sondern es ist, wie Sie später feststellen werden, eine Möglichkeit sich zu reinigen. Die Heilung (Ihres Herzens, Ihrer Beziehungen, Ihres Unternehmens und so weiter) folgt dann aus der Harmonie, dem Frieden und der Klarheit.

Hooponopono und das Resonanzprinzip

Erster Teil: Ich verstehe dich und ich verstehe meinen Anteil am Problem.

Wenn uns etwas stört oder uns jemand ärgert, dann fragen wir: Wenn ich der oder das andere wäre, warum würde ich oder warum würden wir so handeln? Jedes Mal wenn wir etwas finden, sagen wir dann zu uns: 
„Ich verzeihe dir, ich verzeihe mir. Es tut mir leid. Ich liebe mich, ich liebe dich. Danke.“

 Das können wir so oft wiederholen, bis wir ein tiefes Mitgefühl und ein echtes Verständ­nis für die Beweggründe entwickelt haben. Wenn wir mitfühlen, verschwindet auch der Ärger. Verständnis für die Beweggründe des anderen führt zurück zur Einheit. Die wahren Beweggründe sind dabei nicht wichtig. Ablehnung und innerer Groll haben bisher den Geist vergiftet. Es gilt nur die Störung in uns zu finden. Durch das Wiederherstellen des inneren Gleichgewichts sind nun kreative Lösungen möglich, die man vorher gar nicht sehen konnte. Oft passiert schon jetzt ein Wunder.

Hooponopono und das Resonanzprinzip Teil 2

Im zweiten Teil fragen wir uns: Was ist mein Anteil daran? Wo resoniere ich mit dem Problem? Warum und womit habe ich diesen Konflikt er­schaffen? 
Wir suchen jetzt nur nach der Schwingung in uns. Die Frage, die wir uns innerlich stellen, lautet: Welche Erfahrung sucht meine Seele gerade zu machen? Wir spüren in den Teil in uns, der am Konflikt mitverantwortlich ist. Welchen Spiegel hält mir das Leben vors Gesicht? Was kann oder soll ich lernen? Was sind meine Beweggründe, dass ich diese Situation angezogen habe bzw. dass ich diese Erfahrung in mein Leben ziehe? Warum habe ich dieses Problem in mein Leben gezogen?
Im Ergebnis heilen wir uns und heilen dadurch den anderen. Wieder fragen wir uns so lange und durchforsten unser Inneres, bis wir keine Beweggründe mehr finden. Jedes Mal, wenn wir etwas entdeckt haben, sagen wir möglichst aufrichtig, mit viel Gefühl und innerer Überzeugung: „Ich verzeihe dir, ich verzeihe mir. Es tut mir leid. Ich liebe dich, ich liebe mich. Danke.“
Fehlt es Ihnen noch an echter innerer Überzeugung, machen Sie einfach weiter. Die Erkenntnisse und die Energie werden irgendwann zu fließen beginnen. Es ist wie mit einer Affirmation. Zunächst mag man es gar nicht glauben, doch über die Kontemplation und die Gefühle, die man empfindet, wird es irgendwann zu einer Realität.
In dieser Variante des Ho‘oponopono fragen wir auch nach den Beweggründen des anderen. Allerdings forschen wir nicht nach den wahren Gründen seines Handelns. Wir analysieren den anderen nicht. Wir suchen nur zu verstehen, warum wir an ihrer oder seiner Stelle so handeln würden. Wir suchen also immer nach unseren Gründen. 
„Wenn man jemanden verurteilt, kann man sich irren. 
Wenn man jemandem vergibt, irrt man niemals.“

Das kann man auch in einer Gruppe machen.
Ho‘oponopono ist besonders effektiv in einer Gruppe.
Zuerst macht es natürlich Spaß, wenn man etwas zusammen macht, doch es gibt ganz einfache Vorteile, wenn man im Team an einem Problem arbeitet. Zunächst kann man als Einzelne(r) nicht tief genug sehen und gehen. Viele Aspekte des „Hässlichen“ bleiben verborgen, weil man betriebsblind ist. Vielleicht ist man noch gewohnt sich als Opfer der Umstände zu fühlen. Dann denkt man eben mit einer Art Opfer-Schablone und sieht durch eine graue Brille. Kein Problem – dazu ist das Team da, weitere Möglichkeiten und Dimensionen der Betrachtung zu eröffnen. Ungeahnte Impulse gelangen im Teamwork an die Oberfläche und das macht Spaß.
Also – alle Teilnehmer fühlen sich mit Erlaubnis in die Betroffenen oder in den Konflikt hinein. Jeder fragt sich: „Wenn ich diejenige, derjenige oder das „Problem-Verursachende“ (das kann ja auch ein Geschäft, ein Haus oder der Steuerbescheid sein) wäre, warum würde ich so han­deln?“ Man sucht nach den eigenen Motiven, so zu handeln. Immer wenn man etwas gefun­den hat, erklärt man offen seine Beweggründe und spricht danach: „Ich verzeihe dir, ich verzeihe mir. Es tut mir leid. Ich liebe dich, ich liebe mich. Danke.“
Dadurch, dass man offen die eigenen Motive darlegt, werden andere inspiriert, auch tiefer in ihren Herzen nach dem Dunklen zu suchen. Man hört mehr Resonanzen und muss sich nicht schämen. Dabei geht es um keinen Wettbewerb, wer hat die miesesten Gedanken, sondern um liebevolles Mitfühlen und Verzeihen. Es ist ein Zeichen unserer Zeit, dass die Menschen sich voreinander fürchten. Viele Menschen glauben, dass sie direkt verlieren, wenn sie die eigenen Schwächen nicht verbergen. Nun, man muss natürlich nicht jedem auf die Nase binden, was für ein Holzkopf man doch ist, aber wichtig ist, dass man zu sich selbst ehrlich ist. Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist der Beginn des persönlichen Wachstums. Um ein Ziel zu erreichen, muss man erstmal wissen, wo man steht.
In der zweiten Runde fragen sich die Teilnehmer: „Wenn ich derjenige oder diejenige (das Opfer) wäre, womit hätte ich diese Situation erschaffen? Mit welcher inneren Stim­mung oder Absicht habe ich dieses Ereignis oder dieses Problem in mein Leben gezogen?“ Diese Frage ist besonders gut geeignet, die Verschwörungen des Egos aufzulösen. Hier zeigt sich wie effektiv die Vergebensarbeit in der Gruppe ist, denn viele Motive kommen auf den Tisch. Die Energie in einer Gruppe kann sehr stark sein, denn man ist innerlich „gezwungen“ etwas zu leisten. Indem man zuhört, erlangt man ein großes Verständnis darüber, was alles trennen kann. Man bekommt ein Gefühl für Möglichkeiten.
Abschließend kann man noch sehr persönlich fragen: „Was ist in mir, dass in meiner Gruppe dieses Problem vorgetragen wird? Nichts passiert zufällig. Was ist der Grund, dass ich jetzt damit konfrontiert werde?“
„Die Welt ist ein Spiegel unserer inneren Prozesse.
Wenn wir wachsen, wächst die Welt.“

Man reinigt sich immer nur selber und lässt den anderen ganz in Ruhe. Es gibt kein Richtig oder Falsch, sondern nur einen Einblick in uns selbst. Wir erkennen nur die Energien, die wir in die Welt senden, und es ist immer genau das, was uns die Welt zurücksen­det.


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