Heile Dein Herz, Vergebung, Hooponopono
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Wie ich mein inneres Kind wiederfand.

Mein Weg, gut für mich zu sorgen, 

begann eines Morgens 2002 mit einem völlig unerwarteten Erwachen; ich hatte im Schlaf geschrien und weinte.

Ich hatte geträumt, ich sei mit dem Auto unterwegs und mich plötzlich daran erinnert, dass ein wichtiger Teil von mir irgendwo verloren gegangen war. In diesem Traum bestand ich gleichzeitig aus zwei Personen: ich und ein kleiner Junge, und dieses Kind war unterwegs zurückgeblieben. In panischer Sorge um ihn fuhr ich zu einer Villa, meinem Seelenhaus, zurück und fand mich dort als kleines Kind zitternd und allein im Bad. Bei unserer Begegnung schrie ich laut auf und erwachte.

Mein Unterbewusstsein riet mir eindeutig, dass ich mich selbst wiederfinden und vollständig, heil werden sollte. Die Erkenntnis, dass ich die alleinige Verantwortung für mein Wohlergehen trage, und diese Aufgabe niemand anderem auferlegen kann, gleicht heute noch immer einem Erweckungserlebnis.

Manchmal geschehen in unserer Kindheit Dinge, die eine Wunde im Herzen hinterlassen. Dieser Schmerz wirkt später wie der Kratzer auf einer Schallplatte oder CD. Wie eine Platte, die hängt und dessen Takte sich stetig wiederholen, so möchten auch wir uns entfalten, doch irgendwie scheint man sich im Kreis zu drehen. Wegen ihrer Verletzungen fühlen sich viele Menschen als Opfer – z. B. der Eltern oder anderer Menschen – und weil sie immer wieder im Geiste die Ereignisse ihrer Vergangenheit durchspielen, bleiben sie darin gefangen und treten auf der Stelle.

Heute wissen wir, dass in jedem von uns ein kleines Mädchen oder ein Junge steckt, und dieses Kind, das damals in seinem Schmerz allein gelassen wurde, sucht immer noch nach Verständnis, Geborgenheit und Annahme. Vieles, was wir später als Erwachsene erreichen wollen, gleicht dabei dem vergeblichen Versuch, dieses Kind dadurch glücklich zu machen, dass man ihm mehr und mehr Spielsachen kauft.

Wenn wir deshalb über Selbstfürsorge sprechen, dann nicht, um in einen Egoismus zu verfallen, sondern uns bewusst für das Leben zu entscheiden, es zu bewahren und dadurch zu ehren.

Ich möchte dir nun vier Säulen vorstellen, die mich unterstützen, gut für mich zu sorgen und dabei helfen, mich von negativen, äußeren Einflüssen abzugrenzen. Wenn du dir diese Weisheiten zu eigen machst, können auch in deinem Leben wundervolle Dinge geschehen.

Verständnis

Ein Kind, das man regelmäßig zurechtweist, verkümmert seelisch. Bitte entlasse jetzt jegliche Selbstkritik und zeige dir selbst gegenüber Mitgefühl. Du darfst verstehen, dass der Punkt, an dem du dich jetzt befindest, exakt derjenige ist, von dem aus deine großartige spirituelle Entwicklung weitergeht. Begegne dir selbst wie einem Kind, das du wegen seiner Unschuld und Unbeholfenheit liebst.

Vertrauen

Sich etwas zu trauen, bedeutet mutig zu sein. Traust du dir zu, dem kleinen Mädchen oder Jungen in dir beizustehen? Kannst du dir selbst vertrauen, dich all deinen Gefühlen öffnen und dir selbst gegenüber ehrlich sein? Sei mutig und gebe dich dir selbst und deinem Leben hin. Vertraue dir selbst. Das Leben liebt dich, weil du hier bist. Das Leben hat Vertrauen in dich und deshalb bist du hier.

Vergebung

Magst du Menschen, die sich selbst geißeln? Nein? Dann lass auch du die Vergangenheit ruhen, und höre auf, dich weiterhin damit zu quälen. Wenn du z. B. eine Freundin besuchen möchtest, dann ist es nicht wichtig, wo du vor fünf Jahren warst. Entscheidend für dein Leben ist nicht woher du kommst, sondern wohin du möchtest. Denke an das Kind in dir und umarme es heute mit deiner ganzen Liebe. Indem du dir selbst und anderen vergibst, bist du dein eigener Retter.

Versöhnung

Glaubst du, du bist gut genug, oder musst du anders sein, um deinen Ansprüchen zu genügen? Ist deine Eigenliebe eine Art Handel nach dem Motto »ich liebe mich erst, wenn ich … «. Was hältst du davon, wenn du heute den Widerstand gegen dich selbst aufgibst und Frieden mit dir schließt? Die Liebe ist die größte Kraft im Universum, weil es in ihr keinerlei Negativität gibt. Werde zur Quelle deiner Heilung, indem du dich mit dir selbst versöhnst.

Zum Ende dieses Artikels möchte ich dir noch eine Übung in zwei Teilen schenken, die in den Seminaren von Andrea Bruchačova und mir das Leben von Tausenden bereichert hat: die Selbstumarmung. Die Wirkung dieser besonderen Selbstfürsorge könnte ein ganzes Büchlein füllen. So stärkt sie z. B. das Immunsystem, weil einerseits Glückshormone produziert und andererseits Stresshormone abgebaut werden. Die Übung fördert die emotionale Intelligenz und man entwickelt mehr Mitgefühl, was deine soziale Kompetenz stärkt. All diese Effekte wirken sich infolge positiv auf die Gesundheit, den Wohlstand und auf die Beziehungen aus.

Erster Teil: Wenn du morgens aufwachst, dann umarme dich fünf Minuten lang. Nenne immer wieder deinen Namen und bekräftige, dass du dich liebst. Sage: »Ich liebe dich (dein Vorname).«

Der zweite Teil besteht darin, vor dem Einschlafen deine linke Hand auf dein Herz und deine Rechte auf deinen Bauch zu legen. Sprich dich wiederum für fünf Minuten mit deinen Namen an, und bejahe wieder und wieder, wie sehr du dich liebst. Sage: »Ich liebe dich (dein Vorname).«

Ich halte eine gesunde Eigenliebe, aus der sich alles Gute entwickelt, für die beste Selbstfürsorge. Wie eine sanfte Quelle, welche die Bäche und Flüsse mit frischem Wasser versorgt, so wirst auch du zu einer Quelle des Glücks und der Heilung – für dich und für andere. Danke.

Aloha und Namasté, Ulrich Emil

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